Mittwoch, 30. März 2011
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Frau von der Leyen im Sparwahn
Wundersam, wie heimlich so manches über die Bühne geht, wenn die Nation mit Krieg und Katastrophenmeldungen beschäftigt ist. Außer im Handelsblatt fand sich in den letzten Tagen keine Meldung in den großen Medien zu den drastischen Sparplänen der Ministerin Ursula von der Leyen:

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/von-der-leyens-sparhammer-trifft-arbeitslose/4002416.html

Neben kleineren Sparmaßnahmen soll vor allem im Bereich der Existenzgründungen gespart werden. Die derzeitigen Förderungen sollen zur Ermessensleistung werden; derzeit ist es ein Rechtsanspruch. Welcher Mitarbeiter einer Arbeitsagentur ist eigentlich in der Lage, eine solche Entscheidung zu treffen? Fehlt es da nicht ein ganz kleines bisschen an der notwendigen Ausbildung?

Weiterhin sollen die Auszahlungsbeträge stark gekürzt werden. Der deutsche Journalistenverband hat schon sein Veto eingelegt und verlangt, die Sparpläne zurück zu nehmen.

Eine weitere faktische Kürzung findet sich in der Tatsache, dass der Gründungszuschuss - also die Förderung für eine Existenzgründung - 180 Tage (6 Monate) vor Auslaufen des Arbeitslosgengeldes 1 beantragt werden muss. Wer nur ein halbes Jahr Anspruch auf das ALG1 hat, verliert damit jede Chance auf die Förderung. De facto handelt sich bei dieser Regelung um eine Kürzung des Arbeitslosengeldes um ein halbes Jahr.

Ach ja, und ganz zufällig kommt das unpopuläre Paket natürlich direkt nach dem großen Wahlwochenende ...

Man muss doch nicht unbedingt arbeitslose Gründer zum Sparschwein der Nation und zum Willkür-Opfer der Arbeitsagenturen machen, während man gleichzeitig Milliarden in Euro-Rettungsschirme pumpt.

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Dienstag, 29. März 2011
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Keine Gesundheitsgefahr aus Japan?
Spärliche, widersprüchliche und wenig nachvollziehbare Infos aus dem japanischen möglicherweise-haben-wir-einen-GAU Kraftwerk sind wir nun schon gewöhnt. Die Katastrophe wird abgewiegelt und heruntergespielt. Auch unsere Politiker und "Experten" werden nicht müde, uns mitzuteilen, dass das Alles gar kein Problem ist. Schon gar nicht für uns hier in Deutschland oder generell in der EU.

Das Umweltinstitut München sieht das allerdings anders: Die EU hat "scharfe Kontrollen" für Lebensmittel aus Japan angekündigt. Aber: Vorher wurden klammheimlich die Grenzwerte angehoben - und zwar auf "Katastrophenniveau". Mit anderen Worten: Um im Falle eines nuklearen Unfalls die Ernährung sicher zu stellen, wurden nach Tschernobyl erhöhte Grenzwerte für den Ernstfall festgelegt. Diese sind nun in Kraft getreten - mehr dazu gibt es in einer Pressemeldung des Instituts gemeinsam mit Foodwatch: http://umweltinstitut.org/pressemitteilungen/2011/2011_03_29_2-865.html. Das Institut rät, keine Lebensmittel aus Japan innerhalb der EU zu verzehren.

Gut, dass es Menschen gibt, die die Augen und Ohren offen halten. Nur einen Kritikpunkt bleibt da noch: Wie hoch sind die Lebensmittel aus Japan denn belastet? Ist ein Pilz aus bayerischen Wäldern oder ein zünftiges Wildschwein nicht möglicherweise schlimmer? Auf der Suche nach Antworten bin ich übrigens - ganz am Rande - auf ein Schreibtalent des Bayerischen Landesamtes für Umwelt gestossen: http://www.lfu.bayern.de/strahlung/caesium_wildbret/wie_viel_essen/index.htm.

Nach der verwirrenden Lektüre der Webseite des Bayerischen Landesamtes für Umwelt wollte ich es jetzt doch etas genauer wissen: Wird es ein Abschied von Fischstäbchen und Teriyaki-Gerichten für immer und ewig? Ein Vergleich ermöglicht eine grobe Einschätzung. Im Jahr 2005 wurden in Bayern folgende Cäsium-Belastungen festgestellt:

Weidegras: 100 Bequerel pro kg
Kuhmilch: 0,6 Bequerel pro kg
Frischobst und Schalenobst: bis max. 7,5 Bequerel pro kg
Fleisch: max 0,9 Bequerel pro kg
Pilze, Preiselbeeren, Heidelbeeren: bis zu 1000 Bequerel pro kg (Maronenpilze stechen heraus mit bis zu 1000 Bequerel, der Rest bis zu 100 Bequerel)
Wildfleisch: Bis zu 1000 Bequerel pro kg (Wildschwein sticht mit bis zu 1000 Bequerel heraus, andere Wildsorten bis zu 100 Bequerel)
Fisch: Bis zu 100 Bequerel pro kg

Ein Kohlkopf in Tokio - also nicht aus dem Katastrophengebiet - wies am 24.03.2011 immerhin 890 Bequerel pro kg aus und lag damit schon über den hier normalerweise zulässigen Grenzwerten von 600 Bequerel pro Kilogramm. In einer Entfernung von 100 km vom Kraftwerk Fukushima Daiichi entfernt wurde Gemüse mit einer Cäsium-Belastung in Höhe von 1931 Bequerel pro kg gefunden.

Dass Lebensmittel aus der direkten Umgebung Fukushimas auch in die EU gelangen könnten, ist also eher nicht anzunehmen. Das wäre letztlich sogar eine massive Überschreitung der erhöhten Grenzwerte. Ob solche Lebensmittel möglicherweise trotzdem "durchrutschen" können, steht derweil auf einem anderen Blatt.

Der Trick mit den angehobenen Grenzwerten ist ja nicht wirklich kreativ oder neu. Dass man auf eine große Pressemitteilung zu diesem Thema verzichtet hat, versetzt wohl kaum jemanden in großes Erstaunen. Mein Lieblings-Japaner in Berlin verliert jetzt jedenfalls eine gute Kundin. Fischstäbchen gibt's aber auch in Zukunft auf meinem Teller.

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Sonntag, 17. August 2008
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... gute laune trotz allem ...
... das wetter spielt an diesem wochenende nicht wirklich mit. fast sieht's aus, als wollte sich der herbst schon viel zu früh breit machen. aber was solls? die vierbeinerin nutzt jeden moment mit etwas sonne und weil es dann doch allzu schön ist, auf dem balkon die zweibeiner regelrecht zu belagern und sich kraulen zu lassen, sammlen sich schon 'mal ein paar katzen-freuden-sabbertropfen. was für ein glück, dass die zweibeiner ein handtuch als kraul-unterlage haben:

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